So kannst Du helfen

Als Außenstehender muss man sich zunächst klar machen, dass Essstörungen eine Krankheit sind und Betroffene die angebotene Hilfe nicht nur aus bloßer Sturheit ablehnen. Stattdessen schätzen sie sich und ihren Körper falsch ein und nehmen daher möglicherweise selbst noch gar kein Problem wahr. So hart es klingt, aber bevor sich Esssgestörte Hilfe suchen, muss es ihnen meistens erst richtig schlecht gehen.

Was kannst Du tun?
Ehemals von Essstörungen Betroffene wurden gefragt, welchen Umgang sie sich während der Zeit ihrer Erkrankung von Familie, Freunden, Klassenkameraden und anderen Außenstehenden gewünscht hätten.

 

Hier einige ihrer Bitten:

  • Sprich mich nicht auf Essen, Figur oder Gewicht an, sondern frag mich lieber, wie es mir geht und sag mir, dass Du Dich sorgst. Dann habe ich das Gefühl, dass Du Dich wirklich für mich interessierst und reagiere nicht so abweisend.
  • Mach mir immer wieder Angebote zum Reden und gib nicht auf, wenn ich Dich zurückstoße. Es fällt mir schwer, zuzugeben, dass es mir schlecht geht und es ist mir peinlich, angesprochen zu werden. Eigentlich will ich Dich nicht verletzen. Insgeheim tut mir Dein Interesse gut.
  • Rede nicht hinter meinem Rücken über mich. Ich fühle mich ausgeschlossen und verletzt. Rede auch nicht abfällig über Figur, Essen oder Essgestörte.
  • Tu meine Essstörung nicht einfach als Schlankheitstick oder Pubertätsspinnerei ab. Es ist furchtbar für mich, wenn ich als ein bisschen verrückt behandelt werde.
  • Ich wünsche mir, dass Du mich auch mal lobst und mir das Gefühl gibst, dass Anerkennung und Liebe von Leistung unabhängig sind. Ich denke sonst leicht, dass ich immer noch besser sein muss, um überhaupt wahrgenommen und geliebt zu werden.
  • Informiere Dich über die Krankheit, damit Du mir besser helfen kannst.
  • Gib mir Bücher und Adressen von Beratungsstellen oder Therapeuten. So kann ich mir, wenn ich soweit bin, Hilfe holen.
  • Setz mich nicht mit Einladungen zum Essen unter Druck, sondern schlage Aktivitäten vor, bei denen ich mitmachen kann. Ich möchte einbezogen werden, mir fällt es aber schwer, auf andere zuzugehen.
  • Wenn ich Dir sage: „Du verstehst mich nicht.“, kannst Du ruhig zugeben, dass das stimmt, dass Du aber trotzdem für mich da bist.
  • Reduziere mich nicht auf meine Krankheit. Es tut mir weh, wenn meine anderen Seiten nicht mehr wahrgenommen werden.

Quelle: Bonner Zentrum für Essstörungen e.V. 2009. In Anlehnung an: Gerlinghoff & Backmund (2001): Was sind Essstörungen? Weinheim: Beltz.

 

Unterstützung

Wenn Du das Gefühl hast, dass Dein/e Freund/in eine Essstörung hat, kannst Du uns schreiben: ed.lh1569191780eufeg1569191780hcuab1569191780-kkb@1569191780gnuta1569191780reb1569191780 – oder Dich an eine Beratungsstelle wenden.

Gemeinsam überlegen sie mit Dir, wie man ihr/ihm helfen bzw. zeigen kann, dass Du für sie da bist. Hier findest Du Adressen von Beratungsstellen in Deiner Nähe.

 


Hilfe konkret
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