Ursachenforschung

Wieso entwickeln manche Jugendliche eine Essstörung? Woran liegt es, dass sie das Gefühl für sich und ihren Körper verlieren und keinen gesunden Umgang mehr mit dem Essen pflegen können? Fragen, die nicht nur Sie als Eltern gewiss sehr interessieren. Auch Experten beschäftigen sich seit vielen Jahren mit der Ursachenforschung. Doch eine eindeutige Antwort zu geben, fällt auch ihnen nicht leicht. Lesen Sie selbst…
Individuell & vielfältig

Die Frage nach den Ursachen und Auslösern von Essstörungen ist nicht leicht zu beantworten – zumindest nicht mit einem einzigen Satz. Denn die Gründe, warum jemand eine Essstörung entwickelt, sind stets sehr individuell und zudem meist vielfältiger Natur.

Mit anderen Worten: Viele Faktoren sind daran beteiligt, wenn ein Mensch eine Essstörung entwickelt – z. B. ein geringes Selbstwertgefühl, ein extremes Schlankheitsstreben mit wiederholten Diätversuchen, Schwierigkeiten, unangenehme Gefühle auszuhalten/ zu bewältigen, problematische Situationen in der Familie, das Erleben einer Umbruchsituation (z. B. Trennung vom Freund), der Druck unter Gleichaltrigen…

Experten sprechend in Bezug auf Essstörungen deshalb auch von einem multifaktoriellen Ursachengefüge, das sich aus gesellschaftlichen, familiären, biologischen und persönlichkeitsspezifischen Faktoren zusammensetzt.

Essstörungen in Zeiten der Pubertät

Auch wenn Essstörungen in jedem Alter auftreten, beginnen sie doch auffallend häufig in der Umbruch- und Orientierungsphase Jugend. Daher ist es wichtig, an dieser Stelle auch einen besonderen Blick auf diese Zeit der Veränderung zu werfen…

Der Podcast Bewegte Zeiten bringt es auf den Punkt: Die Phase zwischen Kindheit und Erwachsenenalter ist wohl eine der turbulentesten. In keinem anderen Lebensabschnitt werden wir mit einer solchen Vielzahl anspruchsvoller Entwicklungsaufgaben und Herausforderungen konfrontiert. So zählen zu den wichtigsten Anforderungen z. B. der Aufbau einer eigenen Identität, das Akzeptieren des eigenen Körpers, die Ablösung von den Eltern sowie der Aufbau einer (beruflichen) Zukunftsperspektive. Entsprechend hoch können die Verunsicherungen, Probleme und (Versagens-) Ängste sein und Essstörungen, die sich in dieser Zeit entwickeln, daher als Versuch verstanden werden, mit dieser Vielzahl von Herausforderungen zurecht zu kommen.

Gut zu wissen!

Zweifellos müssen alle Jugendlichen die Phase der Pubertät durchleben – mit all ihren Höhen und Tiefen. Dennoch können vor allem eine Familienatmosphäre, in der Schlankheit und Attraktivität nicht überbewertet werden, die Beziehungen untereinander auf vertrauensvoller Basis stehen und in der ein hohes Maß an Kommunikation und Austausch herrschen, wichtige Schutz- & Stützpfeiler sein. Mehr zu möglichen familiären Schutzfaktoren erfahren Sie hier…

 


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