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Binge Eating - bis nichts mehr geht!

Magersucht und Bulimie sind landläufig bekannte Essstörungen – viel besprochen und oft diskutiert. Aber wie steht es eigentlich mit der Esssucht? Seit geraumer Zeit taucht diese Form ebenfalls verstärkt in den Schlagzeilen auf. Sicherlich haben auch Sie eine gewisse Vorstellung, was sich dahinter verbirgt. Wie sich die Krankheit konkret zeigt und die Betroffenen belastet, ist jedoch oft unklar.

Im Folgenden möchten wir etwas Licht ins Dunkel bringen und Ihnen unter anderem auch Tipps zum Umgang mit betroffenen SchülerInnen geben.

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Gewichtiges Problem

„Die Deutschen sind zu dick“ – eine Meldung, die uns nahezu täglich begegnet. Und die Zahlen zeigen: Hier ist etwas Wahres dran. So gelten hierzulande mehr als die Hälfte der Erwachsenen als übergewichtig, bei Kindern und Jugendlichen sind es über 15%, die zu viel Gewicht auf die Waage bringen.

Esssucht ist keine Ernähungsstörung

Gene, Bewegungsmangel, Fast Food im Überfluss… – die Ursachen sind vielfältig. Bei einem beachtlichen Teil ist der Grund jedoch eine ernstzunehmende psychische Erkrankung, die sich nochmals deutlich von einer Ernährungsstörung abgrenzen lässt. Gemäß vorsichtigen Schätzungen leiden 2 bis 4% der Bevölkerung unter der sogenannten Binge Eating Disorder. Damit ist die „Esssucht“ gemeinsam mit der Bulimie die häufigste Form der Essstörungen.

Probleme verschlingen…

Binge Eater konsumieren weitaus größere Portionen als üblich. Innerhalb kürzester Zeit „verschlingen“ sie große Mengen kalorienhaltiger Lebensmittel, bis ein unangenehmes Völlegefühl entsteht. Hunger- und Sättigungssignale fehlen fast völlig und die Auslösung eines Essanfalls erfolgt meist als Reaktion auf negative Gefühle und bestehende Konflikte. Das Essen dient in der Konsequenz zum Spannungsabbau von z. B. Ärger, Langeweile oder Stress. Anders als bei der Bulimie werden allerdings keine Gegenmaßnahmen ergriffen, wie Erbrechen, Missbrauch von Abführmitteln oder extremes Sporttreiben. Den Essanfall selbst erleben Betroffene als einen Kontrollverlust mit anschließenden Scham- und Schuldgefühlen. Hinzu kommen Ekelgefühle gegenüber sich selbst und dem eigenen Körper.

Doch dabei bleibt es nicht…

Durch die vermehrte Nahrungsaufnahme nehmen Betroffene mehr Energie auf als ihr Körper benötigt. In der Folge kann es, je nach Häufigkeit und Ausmaß der Essanfälle, zu Übergewicht und Adipositas kommen – Erkrankungen, die langfristig wiederum z. B. zu Diabetes, Herz- und Kreislaufbeschwerden oder zu Schäden an Gelenken und Wirbelsäule führen können.

Im direkten Erleben werden die psychischen Probleme allerdings als weitaus belastender empfunden. Betroffene zeigen oftmals ein geringes Selbstwertgefühl, leiden unter depressiven Verstimmungen und haben Schwierigkeiten, eigene Grenzen zu spüren. Wegen des Übergewichts kommt es darüber hinaus häufig zu Kränkungen und Hänseleien durch Gleichaltrige, welche die Gefühle der Traurigkeit und des Andersseins verstärken können.

Wie gehe ich mit einem konkreten Verdachtsfall um? Antworten auf diese und weitere Fragen klären wir im zweiten Teil des Artikels…

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