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„Zeig mir, was und wie Du isst und ich sage Dir, wer Du bist.“ – Essverhalten & Ernährung als Unterrichtsthema

„Mode kommt und geht, was heute in ist, kann morgen schon out sein. Aber eines bleibt, Dein Leben lang, es ist Dein treuester Begleiter: das Essen.“ So beginnt der Audio-Podcast der „bauchgefühl“-Unterrichtseinheit „Mehr als bloß den Hunger stillen“. Was das Unterrichtsprogramm darüber hinaus zum Thema Ernährung für Sie bereithält, haben wir als kleine Erinnerung für Sie zusammengefasst…

Zur Einstimmung: Was Kinder und Jugendliche unter gesunder Ernährung verstehen
„Viel Obst essen“, „nicht so oft Schokolade, nur manchmal“, „immer viel Wasser trinken“, „wenn ich Kamillentee trinke“, „Äpfel, Kirschen, Trauben, Salat, Möhren, Erdbeeren, Bananenmilch“ oder „viele Vitamine“ – das sind exemplarische Antworten von Sieben- bis Neunjährigen, die im Rahmen der Elefanten-Kindergesundheitsstudie 2011 nach ihren Vorstellungen von gesunder Ernährung befragt wurden (vgl. Elefanten Kinderschuhe & Deutscher Kinderschutzbund 2012).

Jugendliche äußern sich ganz ähnlich, wenn auch das jugendtypische Essverhalten des außerhäuslichen „Snackens“ stärker in den Mittelpunkt rückt. Mädchen und Jungen zwischen 15 und 17 Jahren, die wir für ein „bauchgefühl“-Video zu Merkmalen einer gesunden Ernährung befragt haben, antworten: „Nicht so viel Fast Food“, „kein Schrott“, „nicht nur Döner“, „nicht so viel Schokolade und Gummibärchen, dafür ein bisschen mehr Salat.“*

Auch wenn Kinder und Jugendliche die Frage nach gesunder, ausgewogener Ernährung nicht sprachlos macht, gilt jedoch: Im Unterricht kann „weder eine ‚allgemein übliche‘ Nahrungsversorgung noch eine klare Vorstellung bei Jugendlichen, was und wie üblicherweise gegessen werden sollte, vorausgesetzt werden.“ (Bartsch 2008, S. 168).

Ziele schulischer Ernährungsbildung
Hauptzielsetzung einer lebenspraktischen bzw. alltagsrelevanten Ernährungsbildung sollte sein, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, reflektierte Ess-Entscheidungen zu treffen (vgl. ebd.). Neben dem Elternhaus kommt diesbezüglich der Schule in Punkto Sensibilisierung und Aufklärung eine zentrale Rolle zu.

Ganz konkret muss es u.a. darum gehen, die Kinder und Jugendlichen zur Analyse und zum Hinterfragen ihres eigenen Essverhaltens zu animieren, ihre Genussfähigkeit zu fördern sowie die Lust an selbst zubereiteten Speisen und frischen Nahrungsmitteln zu wecken. Grundsätzlich gilt: Verbote sind tabu – was zählt, ist eine Ernährung in Balance und zu der gehören in Maßen auch Schokolade, Chips und Pommes…

Die Mischung macht´s – diese Empfehlung geben wir auch auf der „bauchgefühl“-Jugendwebsite unter der Rubrik „no chips, no fun“.

Werfen Sie hier nun auch noch einen Blick auf die beiden Einheiten, die im Rahmen des Unterrichtsprogramms „bauchgefühl“ das Thema Ernährung behandeln:

„Mehr als bloß den Hunger stillen“ (Unterrichtseinheit 3 in Jahrgangsstufe 6/7)
„Esswelten“ (Unterrichtseinheit 5 in Jahrgangsstufe 6/7)

* Dieses witzige Video finden Sie auf der dem Materialordner „bauchgefühl“ beigefügten CD unter Jahrgangsstufe 8/9, jungenspezifische Unterrichtseinheit 2.

Quellen:

Bartsch, S. (2008). Jugendesskultur: Bedeutungen des Essens für Jugendliche im Kontext Familie und Peergroup. Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung, Band 30. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Elefanten Kinderschuhe (2012). Elefanten-Kindergesundheitsstudie 2011. Große Ohren für kleine Leute. Ergebnisse des Erhebungsjahres 2011. Recklinghausen: RDN Verlags GmbH & Co. KG.

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Ein Feind schadet, verletzt, zerstört. Doch schlimmer ist ein falscher Freund – meiner war der Zwang zu hungern.

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