Jugendliche stark machen

Gegen die typischen Kinderkrankheiten kann man seinen Nachwuchs frühzeitig impfen lassen… Das Anschnallen im Auto oder der Helm beim Fahrrad fahren schützen vor schlimmeren Verletzungen im Straßenverkehr… Doch ist es auch möglich, ein Kind vor Essstörungen zu bewahren? Eine Antwort auf diese Frage finden Sie hier…

Keine Chance für Magersucht & Co. – Familiäre Schutzfaktoren

Die Ursachenforschung zur Entstehung von Essstörungen macht deutlich, dass sich Magersucht & Co. nicht auf einen einzigen Auslöser zurückführen lassen. Wir können Sie jedoch beruhigen: Wo es vielfältige Risikofaktoren gibt, ist auch eine beachtliche Zahl möglicher Schutzfaktoren nicht weit, die Sie als Eltern wirkungsvoll fördern können.
Hier die wichtigsten Einstellungs- und Verhaltensmuster, mit denen Sie auf familiärer Ebene eine Menge bewirken:

 

„Du bist etwas ganz Besonderes“

Nichts schützt besser gegen Essstörungen als ein gesundes Selbstvertrauen. Fördern Sie deshalb das Selbstwertgefühl Ihres Kindes, indem Sie ihm immer wieder zurückspiegeln, dass es einzigartige Eigenschaften und Talente besitzt. Wichtig ist dabei die Botschaft: Du bist liebenswert, so wie du bist. Bestärken Sie Ihre Tochter bzw. Ihren Sohn darin, dass sie/ er es nicht nötig hat, andauernd danach zu streben, „schöner“, „schlanker“,  „erfolgreicher“ oder „angepasster“ zu sein.

 

„Probleme sind da, um darüber zu reden & gelöst zu werden“

Pflegen Sie in Ihrer Familie einen offenen Umgang mit Gefühlen und kehren Sie Probleme und Konflikte nicht unter den Teppich. Jugendliche, die Sorgen, Wut oder Angst wahrnehmen und herauszulassen können, kommen seltener in die Gefahr, sie mit Essen herunterzuschlucken – schließlich haben sie frühzeitig alternative Problemlösestrategien einüben können.

 

„Finde & geh‘ deinen eigenen Weg“

In der Pubertät verspüren die meisten Jugendlichen den starken Wunsch, nach Abgrenzung und Abnabelung vom Elternhaus. Manche Heranwachsende entwickeln in dieser Phase eine Essstörung, um Spannungen zwischen noch bestehender Abhängigkeit und ersehnter Selbstständigkeit auszugleichen. Sie können Ihrem Kind helfen, indem Sie die richtige Balance zwischen Grenzen setzen auf der einen und loslassen auf der anderen Seite finden. Signalisieren Sie: Ich bin für dich da, aber du darfst deine eigenen Erfahrungen machen.

 

„Gemeinsam schmeckt’s doppelt gut“

Familie Teichert aus Hamm hat ein Problem: Frau Teichert bereitet stets alles vor, kocht und deckt liebevoll den Tisch. Der Sprössling bleibt der gemeinsamen Mahlzeit jedoch meistens fern… Ob die Expertin helfen kann, die Familie am Esstisch zu vereinen?

Kommt Ihnen die im Podcast Hilfe, der Tisch bleibt leer! auf satirische Weise beschriebene Problematik rund um den Esstisch bekannt vor? Auch wenn Ihr Kind manchmal gegen die Familienmahlzeiten rebelliert: Pflegen Sie das gemeinsame Essen – und sei es nur am Wochenende – als festes Ritual. Kinder denen ein geregeltes sowie genussvolles Essverhalten vorgelebt wird und die den Wert einer gesunden Ernährung kennen, werden nicht so schnell in Versuchung geraten, Essen als Ersatz oder Problemlöser zu nutzen.

 

Gut zu wissen!

Die Ausführungen auf dieser Seite bringen eines deutlich zum Ausdruck: Egal ob es sich um die Einstellung zur eigenen Person und Körperlichkeit, um das Wahrnehmen und Äußern von Gefühlen, den Umgang mit Konflikten oder die Essgewohnheiten handelt – Sie haben es als Eltern in der Hand, Ihrem Kind hilfreiche Orientierung zu geben. Obwohl Perfektionismus hier gar nicht gefragt ist, kann es nicht schaden, sich mit Blick auf die eignen Einstellungen zu Schönheit, Körperlichkeit und Essen einmal selbst kritisch zu hinterfragen. Zum Selbsterfahrungstrip geht’s hier

 


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