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Thema verfasst von Britta (w 18) | Mo, 02.11.2009

Meine Freundin ist magersüchtig

Ich habe eine Freundin, die ist magersüchtig. Meine Freundin ist 13 Jahre. Sie ist gerade in einer Klinik. Hier in der Nähe. In Bad Oeynhausen. Erst habe ich das immer gar nicht verstanden, was das bedeutet, wenn sie über ihre "Magersucht" gesprochen hat.

Aber mittlerweile verstehe ich das. Ich habe sie besucht in der Klinik. Meine Eltern haben mich hingefahren. Das war komisch, da waren so viele Mädchen in meinem Alter. Und alle haben diese Magersucht oder es gibt wohl noch mehr Krankheiten davon. Und manche Frauen waren ganz dünn, genau wie meine Freundin. Als ich so viele auf einmal gesehen habe und alle waren ganz dünn, da ist mir komisch geworden. Das hat mir Angst gemacht. Ich dachte irgendwie kann das doch uns Mädchen alle schnell treffen.

Meine Freundin ist da so reingerutscht und sie hat das wohl gar nicht gemerkt. Aber ihre Mama und ich haben immer gefragt, ob es ihr gut geht. Weil sie hat total viel abgenommen, so ziemlich schnell. Sie ist immer dick gewesen eigentlich und dann hat sie ganz schnell abgenommen. Sie wiegt heute 38 kg. Und ist aber groß, also über 1,65m auf jeden Fall. Ich mache mir solche Sorgen um sie. Ich habe Angst, was mit ihr passiert. Die Ärzte sagen, sie können sie vielleicht nicht da behalten. Meine Freundin muss "zwangsernährt" werden.

Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Essen ist doch so einfach. Das gehört doch so dazu eigentlich, für mich ist das ganz normal morgens zu frühstücken und so weiter am ganzen Tag. Ich überlege auch nicht vorher, was ich essen "darf". Wenn meine Mutter Pommes macht, esse ich Pommes, wenn sie einen Tomatensalat macht, esse ich den. Aber bei meiner Freundin ist das anders. Ich habe das miterlebt, da hat sie es einfach nicht geschafft, zu essen. Sie hat vor ihrem Teller gesessen und konnte keinen Happen runterkriegen. Und ganz oft hat sie gesagt, sie hat schon gegessen, in der Schule, hat sie zu ihrer Mutter gesagt. Und ich saß neben ihr und habe gesehen, wie sie ihre Mutter angelogen hat. Ich war ja in der Schule bei ihr und sie hat gar nichts gegessen. Sie hat nicht mal was getrunken. Gar keinen Schluck Wasser oder Saft. Für mich war das schwer, weil ich gesehen habe, wie oft sie ihre Eltern angelogen hat. Aber ich wusste da auch noch nicht, dass sie das Essen wirklich nicht schafft, sie hat so große Angst zuzunehmen. Das ist so komisch, wenn ich daneben stehe. Denn sie soll ja auch zunehmen und wenn man sie sieht, würde das jeder sagen. Aber sie selbst meckert immer an sich herum, dass überall Speck ist. Das ist schwer auszuhalten für mich.

Ich kann nur seitdem immer hoffen, dass Eltern und Freunde das sehen, wenn es jemandem schlecht geht und jemand sich so kaputt macht. Aber das ist schwer, ich weiß. Vielleicht müssen die Menschen nur mehr wissen über die Krankheit, dann würden sie vielleicht früher andere Mädchen davor schützen oder warnen. Das wäre ein erster Schritt!

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